Freude am Lernen
[ Blogbeitrag ]

SCHLAUDINOS Tipp: Ersetze „ich muss“ durch „ich will“!

Wir empfehlen Ihnen diesen Tipp Ihrem Kind vorzulesen und als Anstoß für ein Gespräch zu dem Thema zu verwenden.

SCHLAUDINOFeuerstrahl und Drachenspucke!

Sag, musst du heute oder morgen noch etwas tun? Ja?
Vielleicht musst du heute noch deine Hausübung machen. Morgen musst du wahrscheinlich wieder in die Schule gehen. Dann musst du sicher auch noch üben für die nächste Ansage oder den kommenden Rechentest.
Tja, dann tust du mir aber echt leid. Immer dieses Rackern. Also mein Mitgefühl ist dir sicher. Ehrlich!

Denkst du jetzt: Sag SCHLAUDINO bist du jetzt durchgeknallt, oder willst du mich auf den Arm nehmen?

Nein, nein keines von beiden. Ich wollte dir nur sagen, du musst nicht. Ehrlich. Ich muss nicht und du musst auch nicht. Übrigens, ich muss schon seit circa einem Jahr nicht mehr.

Also willst du mich doch auf den ... – Nein, wirklich nicht, würde ich mich doch gar nicht trauen. Aber jetzt mal Spaß beiseite.

Als ich vor circa einem Jahr, wieder einmal sagte: „Heute muss ich noch Aufgabe machen und für die Gedächtnisübung lernen.“ War es wieder einmal Auxilio, der mich mit folgenden zwei Fragen herausforderte:

„Musst du wirklich SCHLAUDINO? Was passiert eigentlich in dir, wenn du zu dir sagst, ich muss?“

„Dann redet immer einer in mir drinnen zurück. Der mault in mir herum und sagt womöglich, musst eh nicht, mache es morgen, oder sag der Mama, du hast gar keine Aufgabe bekommen. Nachher muss ich mich immer mit dem herumstreiten und es vergeht mir alle Lust, auch nur irgendetwas zu tun. Danach fühle ich mich meistens richtig schlecht. Diesen Kampf habe ich fast jeden Tag.“

„Und was passiert in dir, wenn du zu dir sagst, ich will?“

Welch eine Frage. „Na, dann mache ich einfach.“, war meine Antwort.
In dem Moment, in dem ich dies sagte, dämmerte es mir, worauf Auxilio hinaus wollte. Er ließ auch gar keinen Zweifel aufkommen:

„Warum kämpfst du dann jeden Tag mit deinem >inneren Schweinehund Jetzt blieb mir aber die Spucke weg. Das war eine harte Frage, die mich wie ein Blitz traf. Und ich begann zu überlegen. Warum sagte ich wirklich nicht einfach ICH WILL?

Ich war es einfach so gewöhnt. Und sagten das nicht alle? Auch die Erwachsenen? Auch meine Mutter sagte doch immer wieder: „SCHLAUDINO, du musst heute noch üben!“, oder dies, oder das erledigen.

Je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr spürte ich, dass sich durch das ICH WILL unglaublich viel verändern würde. Ich versuchte mir vorzustellen was passierte, wenn ich zu mir sagte: „Ich will jetzt meine Hausübung erledigen, damit ich mich nachher mit meinen Freunden treffen kann.“ Auf einmal spürte ich gleich viel mehr Kraft, ich fühlte mich selbstbewusster, mutiger. Ja, das fühlte sich richtig gut an!

Und dann, obwohl das ja sonst nicht seine Art war, setzte Auxilio noch eins drauf indem er sagte: „Ich schlage dir vor, ab heute gibt es für dich das Wort muss nur mehr im Wörterbuch. Ab heute verwendest du einfach ICH WILL. Und wenn dein >innerer Schweinehund< wieder einmal zu maulen beginnt, dann sage ihm den Grund, warum du willst.“

Seither mache ich das so. Am Anfang ist mir immer wieder ein Muss dazwischen gerutscht. Aber ich habe es meist gleich bemerkt, es gestoppt und durch ein ich will ersetzt.

So wurde es mit jedem Tag besser. Wohl auch deshalb, weil mich meine Eltern dabei unterstützten. Aber unter uns gesagt, manchmal habe ich auch sie daran erinnert, wenn ihnen ein „MUSS“ ausgekommen ist. So haben wir uns gegenseitig geholfen und das MUSS aus unserem Wortschatz verbannt.

Es ist schon unglaublich, was die Änderung eines einzigen Wortes für Auswirkungen haben kann. Welche negative oder positive Kraft in einem Wort stecken kann.

Ich wünsche dir, dass du diese Kraft entdecken und mit jedem Tag besser für dich nutzen kannst!

SCHLAUDINODein SCHLAUDINO

Hinweis

Übrigens, dies ist einer der vielen Tipps aus den Kinderbriefen im SCHLAUDINO Eltern/Kind-Heimtraining.

Die Menschen hinter diesem hilfreichen Projekt

  • Karl Beinstein, Legasthenie-Trainer
    Karl Beinstein
    Autor
    Dipl. Legasthenie-Trainer
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  • Margareta Beinstein, Pädagogin
    Margareta Beinstein
    Autorin
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  • MF, Kundensupport
    Martin Falkner
    IT-Spezialist
    Marketing & Vertrieb
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Karl Beinstein: "Wir haben dieses Training in unserem Institut für Legasthenie- & ADHS-Training entwickelt, in der persönlichen Betreuung erprobt und über viele Jahre erfolgreich eingesetzt und erweitert. Seit 2010 hilft es unzähligen Kindern und Jugendlichen auch als Heim-Training. Wenn Sie auf der Suche nach einem bewährten Legasthenie-Training sind, dann sind Sie hier genau richtig."

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